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CLS Evo Tour & CLS Evo Sport im Test

Kettenöler von CLS – automatische Kettenöler vom deutschen Marktführer

In der beschaulichen 4.000-Seelen-Gemeinde Meeder im oberfränkischen Landkreis Coburg arbeitet zwischen dem idyllischen Fachwerk-Rathaus und dem Sternbergschloss das innovative Unternehmen CLS an immer ausgereifteren Systemen zur automatischen Schmierung von Motorradketten. CLS, das steht für Chain Lube Systems. Zu Deutsch heißt dies Kettenschmiersysteme. Ganz bescheiden nennt sich das Unternehmen dabei eine kleine Manufaktur. Tatsächlich handelt es sich bei CLS um den Platzhirsch oder deutschen Marktführer für elektronisch gesteuerte Kettenschmiersysteme. Mit ein Grund für die herausragende Stellung ist unbestreitbar, dass der Hersteller sich ganz auf Topqualität handmade an seinem Standort in Meeder spezialisiert hat.

Schon der CLS 200µ hat überzeugt

Angefangen hat alles mit dem CLS 200µ. Das System kam um die Jahrtausendwende auf den Markt. Der Ölfluss basierte hier aber noch auf dem Prinzip der Schwerkraft. Allerdings war schon eine Steuerung eingebaut, die durch einen Mikroprozessor geregelt wurde. So konnte eine Kettenölung mit einem Minimum an Ölverbrauch gewährleistet werden. Um auf die temperaturabhängig unterschiedliche Zähflüssigkeit des Öls zu reagieren, war ein Durchlassventil angebracht, dass bei sinkenden Temperaturen einfach zunehmend länger offen blieb. So wurde erreicht, dass immer eine weitgehend konstante Menge an Öl abgegeben wurde. Außerdem war schon beim CLS 200µ ein Drehschalter integriert, mit dem sich das System vom Normalmodus in einen Regen- beziehungsweise Offroadmodus umschalten lies. Außerdem war der erste CLS Kettenöler auch in der Version CLS Speed erhältlich. Er reagierte zur Anpassung der Ölabgabemenge zudem auf Geschwindigkeitsveränderungen. Die beiden Erstsysteme CLS 200µ und CLS Sport konnten schnell überzeugen und bescherten dem Hersteller die deutsche Marktführerschaft.

Qualität aus Deutschland hat ihren Preis

Trotz dieser Führungsposition beharren die Oberfranken bis heute darauf, auch weiterhin in kleinen Serien zu produzieren. Augenfälliges Outcome ist dabei, dass CLS seine Kettenschmiersysteme durch leichte Modifikationen an unterschiedliche Motorradtypen individuell angepasst. Der Käufer erhält also eine fast maßgeschneiderte Lösung. Allerdings schlagen die Systeme im Vergleich mit den meisten konkurrierenden Anbietern durch spürbar höhere Kosten zu Buche. Der Einstieg für ein aktuelles automatisches Kettenschmiersystem von CLS liegt bei über 270 Euro.

CLS EVO Tour mit Hubkolbenpumpe

Dabei handelt sich um eine Weiterentwicklung des CLS 200µ und wird unter der Bezeichnung CLS EVO Tour angeboten. Hier hat die Nutzung der Schwerkraft zur Ölabgabe bei geöffnetem Ventil inzwischen ausgedient. Stattdessen verrichtet eine Hubkolbenpumpe ihren Dienst. Sie sorgt dafür, dass etwa alle 4,5 Minuten ein winzig kleiner Tropfen Öl herausgepresst wird und dank Fliehkraft in den Zwischenraum landet, der sich zwischen der Innenlasche und der Rolle der Kette befindet. Ab hier wirkt die Kapillarwirkung des Öls und lässt einen Schmierfilm bis an die Kettenhülse entstehen. Der Vorteil der Pumpe gegenüber dem Ventil liegt dabei nicht nur in der temperaturunabhängig exakteren Abgabemenge. Auch können Schmutzpartikel zu keiner Verstopfung führen, da sie durch den Pumpdruck einfach weggepresst werden.

Effektive Schmierung bei niedrigstem Verbrauch

Das Öl kommt aus einem Behälter, der 100 ml fasst, allerdings nur mit maximal 80 ml befüllt werden soll. Bei einem Durchschnittsverbrauch von 0,6 ml auf 100 km reicht aber auch schon diese Menge für mindestens 12.000 km aus. Der Drehschalter zur Wahl zwischen Normal-, Regen- und Offroadmodus ist geblieben. Er kann beispielsweise auch während der Fahrt gut zugänglich an einer Seite angebracht werden. Für einen Aufpreis von zehn Euro kann stattdessen aber auch eine Version gewählt werden, die über ein komfortableres Kontrolldisplay zur Installation am Lenker verfügt. Zur Stromversorgung wird das CLS EVO Tour Kettenöler-System an die Batterie angeschlossen. Über die unterschiedliche Batteriespannung erfährt der Kettenöler auch, wann der Motor läuft und wann nicht. Natürlich gehört auch alles weitere benötigte Material zum Lieferumfang. Darüber hinaus ist ein halber Liter Spezialöl im Paket enthalten. Um alle Teile zu verbauen, sollte aber etwas Zeit eingerechnet werden. Selbst der geübte Profi benötigt für den Einbau trotz ausgezeichnetem Handbuch immer noch gut zwei Stunden.

CLS EVO Sport mit Geschwindigkeitssensor

Als Alternative kann der Biker sich auch für das System CLS EVO Sport entscheiden. Es ist für 320 beziehungsweise 330 Euro erhältlich, je nachdem, ob ein Drehschalter oder ein Display gewünscht wird. Zusätzlich enthält es einen Geschwindigkeitssensor, der dafür sorgt, dass ab einer Geschwindigkeit von über 150 km/h die Ölabgabemenge automatisch angepasst wird. Wichtig dabei ist, dass die Anpassung erst dann erfolgt, wenn die hohe Geschwindigkeit eine gewisse Zeit beibehalten wird. Zudem ist gewährleistet, dass ein Ausfall des Geschwindigkeitssensors durch ein Notfallprogramm abgefangen wird. Für beide Pakete CLS EVO Tour sowie CLS EVO Sport gibt es zudem Special-Editions in Form von BMW, Triumpf, Ducati und KTM Kits.

CLS EVO Tourigkit und Sporttouringkit sorgen zudem für warme Hände

Darüber hinaus sind die zwei CLS EVO Grundsystem mit Display auch als Touringkit beziehungsweise Sporttouringkit erhältlich. Die Kits beinhalten neben dem automatischen Öler ein Heizgriffsystem das seine Leistung ebenfalls automatisch an die Umgebungstemperatur anpasst. Falls es besonders kalt ist, findet sogar eine automatische Vorheizung statt.

CLS EVO Touringkit

Um individuelle Einstellungen vornehmen zu können, dient das gleiche Display, das auch für den Kettenöler verantwortlich ist. Außerdem ist die Einheit CAN-Bus-kompatibel, einer Technologie zur Vernetzung von Steuergeräten und Reduzierung von Kabelbäumen. So können zwei Systeme installiert werden, für die nur ein gemeinsames Anzeige- und Steuerungsdisplay erforderlich ist. Das spart Platz am Lenkrad und erleichtert die Bedienung. Erleichtert wird dadurch aber auch der Geldbeutel, da in das Tourigkit doch immerhin 469 und in das Sporttouringkit sogar ganze 509 Euro zu investieren sind. Dafür sind dann aber auch nicht nur Kette und Kettenzahn stets in einem Idealzustand sondern auch die Hände immer wohlig warm.